Logo der Bürgerinitative Dieselstraßenland (Barmbek Nord)
  Aktuelles & Presse     Über die Initiative     Impressionen & Argumente  
  Dokumente und Links     Kontakt & Unterstützung     Unterirdische Altlasten  

Verlorene Stadtnatur: Baumfällungen an der Steilshooper Straße in Barmbek Nord am 8. und 9. Oktober 2015

 

Bilder von Baumfällungen am 8.10.2015 auf Baufeld 1 des Bebauungsplans Barmbek Nord 11, an der Steilshooper Straße. Ahornbäume, Fichten und Birken: gefällte Stadtbäume


Ohne Vorwarnung ging es los. Seit Wochen fragen wir schon beim Bezirksamt Nord, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung nach, wann Fällungen anstehen. Wir haben immer wieder darum gebeten, dass so viele Bäume wie möglich erhalten bleiben. Noch vor wenigen Tagen teilte uns das Fachamt mit, dass Informationen über geplante Fällungen oder Fälllisten nur kostenpflichtig zu bekommen seien und wir einen schriftlichen Antrag stellen müssten. Über die in etwa zu erwartenden Kosten konnte oder wollte man uns nicht aufklären.

Heute fallen die Bäume. Anwohner haben uns schnell per SMS und Telefon informiert. Wir sind dann unverzüglich herbeigeeilt und haben uns vor Ort die Fällgenehmigung zeigen lassen, die auch vorhanden war: ausgestellt von eben jenem Bezirksamt Nord, Fachamt für Stadt- und Landschaftsplanung, das uns - trotz Kontakt und expliziter Anfragen unsererseits - nichts Konkretes über geplante Fällungen mitgeteilt hat.

Wir empfinden dies als Missachtung unseres Anliegens, Stadtnatur im dicht bebauten Barmbek Nord zu erhalten, nur einen Steinwurf von der luftschadstoffverseuchten Habichtstraße entfernt. Ebenfalls wirkt es wie eine Missachtung von uns selbst als Bürgern, die wir uns ehrenamtlich für die Lebensqualität in unserem Viertel einsetzen. Wir verstehen nicht, warum der Bezirk diese Vorgehensweise wählt und sich dem Dialog verschließt.

Dass interessierte Anwohner nicht informiert werden, sogar wenn sie aktiv nachfragen, finden wir sehr bedauerlich. Dafür gibt es dann eine für zigtausende Euro extra engagierte Marketingfirma, die teure Hochglanzprospekte verteilt, die ein paar naiv-bunte Werbetransparente an Bauzäune hängt und die "Informationsveranstaltungen" abhält, die sich bisher dadurch auszeichnen, dass die geladenen "Experten" die Diskussion zentraler Fragen einfach verweigern. Steuergelder könnten sicherlich besser angelegt werden - zum Beispiel für den ERHALT von Bäumen und Stadtnatur, die der Gesundheit und dem Wohlbefinden der Anwohner zugute kommen würden.

Der Bebauungsplan ist noch nicht festgestellt. Trotzdem werden bereits Fakten geschaffen, die eindeutig auf diesen Plan ausgelegt sind. In der Planzeichnung zur Baumfällgenehmigung, die wir uns heute von der ausführenden Firma haben zeigen lassen, sind die geplanten Baukörper eingezeichnet. Die Bäume sind über Jahrzehnte hier gewachsen und haben die Geschichte Barmbeks begleitet. Aber es brauchte nur wenige Minuten, um sie zu fällen. Das ist schade. Und es schmerzt, dass es auf diese Weise, ohne jeglichen Einbezug der Anwohner, geschehen ist.

Zum Bildwechsel klicken Sie bitte einfach auf das Foto.


 


Bildnachweis: Habicht (c) Wolfgang Trimmel - Bildnachweis: children silhouette (c) Sylwia Nowik/fotolia.com

1258 Besucher seit 5. Dezember 2014