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Über unsere Initiative

Worum geht es?

Auf dem Gelände zwischen Dieselstraße, Schlicksweg, Steilshooper Straße, kleinem Wittenkamp, Ivensweg und dem Wendebecken der ehemaligen Schiffbauversuchsanstalt (das heute Teil einer Grünanlage ist) will der Bezirk den Bebauungsplan "Barmbek Nord 11" umsetzen.

Karte Bebauungsplan Barmbek Nord 11
Quelle: www.openstreetmap.de. Die rote Umrandung des Plangebiets wurde hinzugefügt.

Was ist der Bebauungsplan "Barmbek Nord 11"?

Der Bebauungsplan "Barmbek Nord 11" sieht für das Gebiet die Errichtung von Wohnblöcken mit etwa 700 Wohnungen sowie von Büro- und Geschäftsgebäuden vor.

Alle Grünflächen sollen dafür zunächst weitgehend planiert werden, inklusive hunderter alter Obstbäume. Diese Flächen dienen als natürlicher Luftfilter für die massiv schadstoffverseuchte Gegend in unmittelbarer Nähe des Ring 2, einer der Hauptverkehrsadern Hamburgs. Die dort lebenden Menschen wären besonders vom Wegfall der Grünflächen betroffen.

Auf dem gesamten Areal sollen nur 4 Bäume (von über 200!) erhalten bleiben - und selbst das will die Stadt nicht garantieren. Auch zahlreiche alte Straßenbäume sollen für die vorgesehene Verbreiterung von Dieselstraße und Ivensweg gefällt werden.

Was befindet sich auf dem Gebiet?

Auf dem Gelände befinden sich derzeit die über 80 Kleingärten des KGV 416 "Am Grenzbach" e.V., der historische Wilhelm-Rupprecht-Sportplatz des HSV Barmbek-Uhlenhorst sowie die Hallen des Opernfundus, in denen sich einst die militärische und zivile Forschungsanlage "Hamburgische Schiffbauversuchanstalt" (HSVA) befand - ein sehr geschichtsträchtiger Ort.

Wofür setzt sich die Initiative ein?

Gartenbäume im Kleingartenverein 416 dienen als natürlicher Luftfilter Wir setzen uns für den Erhalt der Grünflächen, der Kleingärten und Stadtnatur in Barmbek ein.

Wir lehnen den vorliegenden Bebauungsplan "Barmbek Nord 11" in seiner derzeitigen Form entschieden ab, da er unserer Ansicht nach grobe Mängel aufweist und sich auf die Lebensqualität und Gesundheit der alten und neuen Anwohner sowie auf die Sozialstruktur des Stadtteils negativ auswirken würde.

Dabei sind wir nicht prinzipiell gegen eine Bebauung. Auch uns liegt die Versorgung der Hamburger Bevölkerung mit erschwinglichem Wohraum am Herzen. Diese soll und kann jedoch auf umwelt- und menschengerechte Weise erfolgen und nicht so, wie es hier geschehen soll!

Es liegt ein alternativer Entwurf vor, der eine mittige Bebauung vorsieht. Dieser Entwurf beinhaltet den Erhalt der Grünflächen, die für Barmbek Nord eine wichtige Funktion erfüllen und er löst fast ausnahmslos auch alle weiteren Probleme, die die derzeitige Planung des Bezirks mit sich bringen würde.

Was ist die Kritik an "Barmbek Nord 11"?

Die wichtigsten Kritikpunkte an "Barmbek Nord 11" in seiner jetzigen, vom Bezirk Nord geplanten Form beziehen sich auf ...

  • ... die weitere Verschlechterung der jetzt schon katastrophalen Luftschadstoff-Situation auch in an das Plangebiet angrenzenden Gebieten, wo bereits seit Jahren Grenzwerte massiv überschritten werden (Luftmessstation Habichtstraße),

  • ... die nahezu komplette Vernichtung der über 100 Jahre alten Grünflächen und Kleingärten,

  • ... die Komplettabtötung aller Pflanzen und Tiere im betroffenen Gebiet,

  • ... die Rodung von hunderten alten Bäumen, auch von zahlreichen Straßenbäumen, z.B. an der Dieselstraße (die - genauso wie der Ivensweg - zweispurig ausgebaut werden soll),

  • ... den Umgang mit erheblich umweltgefährdenden Stoffen, die sich laut Bezirk in den unterirdischen Becken der ehemaligen zivilen und militärischen Forschungsanlage (Schiffbauversuchsanstalt) befinden,

  • ... die Verschattung durch zu enge Bebauung und Bebauung an ungeeigneten Stellen,

  • ... zu erwartende Schäden an umliegenden Bestandsgebäuden durch jahrelange Rammarbeiten sowie durch massive Eingriffe in den Grundwasserstrom ,

  • ... die dauerhafte Erhöhung der Lärmimmissionen durch die geplanten Gebäudepositionen, die zu Grenzwertüberschreitungen auch für bisherige Anwohner führen (Nachtwerte >60dB),

  • ... eine zu hohe Verdichtung in einem Stadtteil, der bereits jetzt zu den am engsten besiedelten Stadtteilen Hamburgs zählt,

  • ... die gedankenlose Vernichtung eines Industriedenkmals. Wenigstens das Kopfgebäude der geschichtsträchtigen HSVA sollte erhalten bleiben und an die einstige Funktion erinnern. Die Anlage ist Teil der Identität des Viertels.

  • ... die Zerstörung der Sozialstruktur und Gentrifizierung in einem Gebiet, in dem laut einem wissenschaftlichen Gutachten vom Dezember 2014 das höchste Verdrängungspotenzial in ganz Barmbek besteht,

  • ... Mietsteigerungen für die bisherigen Anwohner. Diese entstehen auch dann, wenn die neu gebauten Wohnungen 'öffentlich gefördert' sind, wobei zusätzlich offen ist, ob sich diesen Angabe tatsächlich auf den 1. Förderweg bezieht. Die Stadt möchte dazu noch keine Aussagen treffen.

    Es gibt zahlreiche weitere Kritikpunkte, auf die an dieser Stelle, die nur einen gerafften Überblick geben soll, nicht eingegangen wird. (Diese werden im Bereich "Impressionen und Argumente" ausführlicher dargestellt.)

    Kritik an den Planungsverantwortlichen: Interessen und Einwände von Bürgern werden ignoriert

    Insgesamt sind wir der Ansicht, dass zentrale Aspekte, die Anwohner in über 2300 Zetteln mit Widersprüchen bis März 2014 an das Bezirksamt Hamburg-Nord gesendet haben, in der Abwägung de facto überhaupt nicht berücksichtigt wurden. Dazu gehören auch Aspekte des Artenschutzes, des Erhalts von alten und daher ökologisch und stadtklimatisch leistungsfähigen, aber natürlich auch ästhetisch reizvollen Grünflächen sowie die Berücksichtigung übergeordneter stadtplanerischer Aspekte wie Auswirkungen auf das Stadtklima, noch verstärkt durch anzunehmende Wechselwirkungen mit anderen Großprojekten (z.B. Hebebrandquartier, "Eden für Jeden") in unmittelbarer Nähe.

    Unserer Ansicht nach hat eine Abwägung, die diesen Namen verdient, überhaupt nicht stattgefunden.

    Trotz all dieser fundierten Kritikpunkte hat die Bezirksversammlung den Bebauungsplan "Barmbek Nord 11" am 9.10.2014 nahezu unverändert durchgewinkt. Er ist nun "beschlossen", was aber nicht heißt, dass nun sofort gebaut werden kann und auch nicht, dass das letzte Wort gesprochen ist. Der Plan befindet sich derzeit in der Rechtsprüfung im Bezirk Nord, wird danach zur Genehmigung an die übergeordnete Behörde übergeben, bevor der Bezirksamtsleiter HH-Nord, Herr Rösler, den B-Plan feststellen kann. Mit der Veröffentlichung im amtlichen Anzeiger ist die Feststellung dann rechtskräftig. Die derzeitige Planung kann durch einen Beschluss der Bezirksversammlung prinzipiell jederzeit problemlos aufgehoben werden. Der dazu nötige Wille besteht derzeit aber offenbar (noch) nicht. Wir arbeiten daran.

    "Wohnen im Grünen" - Die vernünftigere Alternative zu "Barmbek Nord 11"

    Der vorliegende Alternativvorschlag "Wohnen im Grünen" sieht eine mittige Bebauung des Areals vor, die sich auf den Bereich beschränkt, auf dem sich derzeit noch die Hallen des Opernfundus befinden. Auf Büro- und Geschäftsgebäude, wie sie die derzeitige Planung des Bezirks vorsieht, ist unbedingt zu verzichten!

    Die vorgeschlagene Alternative bietet gegenüber der momentanen Planung "Barmbek Nord 11" außerdem folgende Vorteile:

  • Alle Grünflächen bleiben erhalten. Die wichtige Funktion der alten Naturflächen als Luftfilter, als Lebensraum für Tiere, als Regulator für das Stadtklima und als grüne Oase für die hier lebenden Menschen bleiben erhalten.

  • Die Grünflächen behalten ihre biotopverbindende Funktion als grüne Achsen. (Die derzeitige Planung des Bezirks sieht eine Abschottung und Verinselung vor, die ökologisch nachteilig ist.)

  • Es müssen so gut wie keine Bäume gefällt werden, fast alle alten Bäume bleiben erhalten!

  • Es wird ein größtmöglicher Abstand zwischen Neu- und Bestandsbebauung erzielt. Erschütterungen, Eingriff in den Grundwasserstrom, Lärmimmissionen durch Reflexionen des Straßenlärms, aber auch Verschattung werden auf ein Minimum reduziert. Alle Bewohner, neue wie alte, würden auf Grünflächen blicken - und nicht ins Fenster des neuen Nachbarn gegenüber.

  • Die Nachverdichtung fällt moderater aus, wodurch zum einen ein lebenswerteres Wohnumfeld geschaffen wird und zum anderen die zu erwartenden Mietsteigerungen für die bisherigen Anwohner in erträglichen Grenzen gehalten werden. Dadurch wird Verdrängung alteingesessener Einwohner minimiert.

  • Nicht zuletzt bliebe auch das gewohnte Weichbild des Areals erhalten. Dieses würde sogar aufgewertet, wenn dort, wo jetzt die grauen Hallen des Opernfundus stehen, in Zukunft schöner anzuschauende Wohngebäude stehen.

    Informieren Sie sich auf diesen Seiten über die Details und Hintergründe der genannten Punkte, damit auch Sie sehen, wie hier neue Wohnungen geschaffen werden können, ohne all das Gute, das hier schon lange besteht, vollkommen zu zerstören. Die Grünflächen und die vielen Bäume müssen - und können - erhalten werden!

    Die zentralen Forderungen der Initiative Dieselstraßenland

  • Belastungen der Atemluft und schwere Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid endlich ernst nehmen!

  • Umgehende Aufhebung des Bebauungsplans "Barmbek Nord 11" in seiner derzeitigen Fassung.

  • Überarbeitung des Entwurfs auf Grundlage der vorgebrachten Kritikpunkte und des Alternativvorschlags.

  • Tatsächliche Abwägung aller Interessen und Güter sowie vorgebrachter Argumente. Echte Beteiligung der Anwohner und Einwohner des Bezirks HH-Nord.

  • Im Anschluss erneute Auslegung eines überarbeiteten Bebauungsplans.

    Wie kann ich die Initiative unterstützen?

    Wie Sie unsere Arbeit auch ohne großen Aufwand sehr effektiv unterstützen können, erfahren sie hier. Machen Sie mit, es lohnt sich!

    Es grüßt Sie herzlich die

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    Bildnachweis: Habicht (c) Wolfgang Trimmel - Bildnachweis: children silhouette (c) Sylwia Nowik/fotolia.com

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