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1. Mai 2016, 14:45 Uhr (ZDF):
Reportage über massenhafte Baumfällungen in Hamburg

22.04.2016

Hamburg Dieselstraßenland im ZDF Barmbek Nord 11 Naturschutz Kahlschlag Planungswillkür In Hamburg gab es in den letzten Monaten Baumfällungen in unerhörtem Ausmaß. Allein im Bezirk Nord wurden in der "Fällsaison" 2015/2016 weit über 7000 (siebentausend) alte und gesunde Bäume gerodet. Weitere etwa sechstausend Bäume sind immer noch unmittelbar bedroht. Das ZDF berichtet nun erstmals über diesen Grünflächenfraß.

Für große und zumeist umstrittene Bauprojekte wurden Naturflächen regelrecht verbraucht. Auch immer mehr Kleingartenvereinen geht es an den Kragen. Die bevorstehende Versiegelung von zig Hektar Boden sehen nicht nur Bürger, sondern auch Experten kritisch. Stand der Wissenschaft ist, dass der Verlust von Stadtnatur für das Stadtklima, unsere Atemluft und den Grundwasserhaushalt, aber auch für das Wohlbefinden der Menschen erhebliche Nachteile mit sich bringt. Groteske Auswüchse wie der - tatsächlich stattfindende - "Export von Wald nach Schleswig-Holstein" verdeutlichen das Ausmaß der Naturvernichtung.

Dass politisch nicht zuletzt die Grünen in Hamburg eine der entscheidenden Triebfedern hinter diesem Raubbau an unserer Natur sind, wird so manchen verwundern, der immer noch daran glaubt, dass das, was in Koalitionsverträgen steht, zumindest irgendeine Bewandtnis für die Realität haben sollte.

Was die Planungsunverantwortlichen lapidar und verharmlosend als "innerstädtische Nachverdichtung" bezeichnen, bekommen die Bewohner von Großstädten wie Hamburg hart zu spüren: Zu erwarten sind mehr brütende Hitzetage im Sommer, mangelnder Luftaustausch und eine zunehmende Verschmutzung der Atemluft, flankiert von einem immer eintöniger werdenden Stadtbild. Die Stadt wird immer grauer. Ein Fernsehteam des ZDF hat über mehrere Wochen den Kampf von Bürgern für den Erhalt ihrer letzten innerstädtischen Naturflächen und gegen eine auf die Interessen von Baukonzernen und auf diw Privatisierung städtischer Flächen ausgerichteten Baupolitik begleitet, für die der Bebauungsplan 'Barmbek-Nord 11' eines von vielen Paradebeispielen ist.

Wer in Hamburg wohnt, wird viele Stationen der 30-minütigen Reportage wiedererkennen. Gezeigt werden unter anderem das Gebiet um die Dieselstraße, die Vernichtung hunderter Gärten für das geplante "Pergolenviertel" sowie die Massenfällung von 2800 Bäumen im Gleisdreieck Alsterdorf, der so genannten "Obstinsel". Das Beispiel Hamburg wurde stellvertretend für vergleichbare Entwicklungen in ganz Deutschland ausgewählt. Ökologen, Naturschützer und Klimaexperten kommen im Film zu Wort und erläutern die unfassbaren Hintergründe des Phänomens "Grünflächenfraß".

Hier gelangen Sie zur Ankündigung in der Mediathek des ZDF (und ab 1.5. auch zum Filmbeitrag selbst).

Offizieller Pressetext des ZDF:

Kahlschlag in den Städten: Wohnungsbau und Flächenversiegelung verdrängen immer mehr Bäume. Umweltaktivisten befürchten, dass Städte zu Betonwüsten und dadurch immer heißer werden.

Benny Rimmler versucht, Bezirksämtern und Politikern deutlich zu machen, dass viele Anwohner gegen den immer intensiveren Baumschwund sind. Er hat eine Bürgerinitiative gegründet, die sich für Bäume und damit ein besseres Klima in seiner Heimatstadt Hamburg einsetzt.

Nachverdichtung im Wohnungsbau verursacht wärmere Städte, erklärt der Hannoveraner Klimaexperte Peter Trute. Er erstellt Stadtklima-Analysen. Bäume sind ein Garant für ein besseres Mikroklima in den Städten. An der Hamburger Universität messen Forscher den Wasserfluss in Bäumen und deren Transpiration. Daraus schließen sie: Ein Baum, der zusätzlich noch Schatten spendet, kann die Temperatur in seiner unmittelbaren Umgebung um mehrere Grad senken.

Allerdings herrscht ein immenser Baudruck in vielen Städten. Wohnungen fehlen ohnehin schon, jetzt kommt noch die Flüchtlingssituation dazu. In Städten wie Hamburg werden immer mehr Baulücken geschlossen. Kleingärten werden verkleinert, Stadtwälder gerodet. Es wird immer enger, zulasten des Stadtbaumes. Mit Dach- oder Fassadenbegrünung wollen Stadtplaner gegensteuern.

Doch Bewohner wie Benny Rimmler fürchten um das Stadtklima und um ihre Gesundheit. Die entstehenden Neubauten mit ihren meist unbegrünten Flächen wirken wie Heizungen. Das wird gerade ältere Menschen mit Vorerkrankungen belasten. Allein in seinem Bezirk Nord seien bis zu 6000 Bäume von der Abholzung bedroht, befürchtet er.

Dabei sind Hamburger Bäume eigentlich geschützt, durch die Baumschutzverordnung, jeder gefällte Baum muss hier nachgepflanzt werden. Das ist nicht in jeder Stadt der Fall, es gibt keinen bundesweiten Baumschutz. Doch Benny Rimmler und seine Mitstreiter der Bürgerinitiativen in Hamburg-Nord befürchten, dass geschützte Bäume künftig im Umland eingesetzt werden, da in der Stadt selbst für Nachpflanzungen immer weniger Platz vorhanden ist. "planet e." berichtet über den Kampf um die Bäume in unseren Städten und zeigt, wie dramatisch die Situation jetzt schon ist.


 

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Bildnachweis: Habicht (c) Wolfgang Trimmel - Bildnachweis: children silhouette (c) Sylwia Nowik/fotolia.com

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